Diakoniewerk Elisabethhaus  •  Zanderstraße 19  •  61231 Bad Nauheim  •

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Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH

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http://www.elisabethhaus.de/unsere_einrichtung/geschichte.html


Die Geschichte des Diakoniewerk Elisabethhaus.

Die wirkliche Geschichte beginnt lange bevor das Alten- und Altenpflegeheim Diakonie­werk Elisabethhaus in Bad Nauheim seine Türen öffnet. Am 18. November 1878 wird in Gießen die Gründung des Vereins für Innere Mission zur Errichtung einer Kinderheilstätte im Solebad Bad Nauheim beschlossen. 1879 werden die ersten Kinder in einem angemieteten Haus behandelt und bereits 2 Jahre später, im Jahr 1881 erwarb der Verein vom Großherzog­lichen Ministerium für Finanzen ein 1.679 m² großes Grundstück nahe den Salinen, auf dem bereits ein Gebäude stand, das vom Ministerium für 1.500 Mark abgerissen und wiederaufgebaut wurde. Das lang­gestreckte, zweigeschossige Fachwerkhaus stand an der Saline vor dem heutigen Elisabethhaus. Am 31. Mai 1881 wurde das Gebäude in Gegenwart der Prinzessin Karl von Hessen, geborene Prinzessin Elisabeth von Preußen, der Mutter von Großherzog Ludwig IV., eingeweiht. Sie übernahm die Schirmherrschaft über die Einrichtung und gab ihr den Namen „Elisabethhaus“.

1883 entstand ein kleines Badehaus, 1888 ein Isolier­haus, 1890 eine zweistöckige Erwei­terung über dem Badehaus, 1898 ein Küchen- und Waschküchenanbau, 1902 ein größeres Badehaus. 1904 verfügte das Elisabethhaus bereits über 115 Kinderbetten und betreute jährlich über 500 Kinder mit stetig steigenden Zahlen. Bereits 1883 erlangte die Anstalt die „Rechte einer juristischen Person“ und wurde selbständig und als Eigentum vom lokalen Vorstand geführt. Dem erweiterten Vorstand gehörten vorwiegend Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens an. In dieser Zeit entschied der Vorstand, das Heim vornehmlich für Kinder aus armen oder notleidenden, bedürftigen Familien offen zu halten.

1905 entstand der Plan, das Elisabethhaus zu erweitern. Verschiedene Konzepte eines „Orts-Comitées“ lagen vor, dem sich der Gesamtvorstand, der einen Neubau ins Auge fasste, jedoch nicht anschloss. 1907 wird dieser Neubau ein­stimmig beschlossen und der Auftrag an den Architekten Kraft übergeben. Die Baukosten wurden auf 150 000 Mark festgelegt. Der Idee der Kurverwaltung, das Heim wegen der spielenden und lärmenden Kinder in einen Bereich außerhalb des Kurbetriebs zu verlegen, stimmte der Vorstand letztendlich um der Kinderwillen nicht zu. Am 18. September 1909 fand die Einweihung des Neubaus statt. Der Name blieb der alte und auch das Leitwort: „Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“

Ein Haus voller Leben und Segen ...

Das Haus sprühte in diesen Jahren nur so vor Leben. 1927 erreichte die Zahl der betreuten Kinder 1.647 – über 34.000 in den zurückliegenden fast 50 Jahren. Die Eindrücke, die prä­gende Kraft und fröhliche Art der Schwestern, Helferinnen und Helfer und das Erleben, wie sehr Leben und Glauben zusammenhängen, begleitete sie nach Hause und haftete bei man­chen das ganze Leben. Hier wurde gelindert, gebessert und geheilt mit guter Ernährung, mit medizinischer Betreuung, mit Spiel, Unterhaltung und Be­wegung an der frischen Luft. Hier wurde nicht nur hart ge­arbeitet, es wurde auch viel gelacht, gebetet und geglaubt.

Das heutige „Elisabethhaus“ ist noch das gleiche wie im Jahre 1909. Lediglich die Terrassen bestehen nicht mehr.

Der Beginn einer neuen Zeit.

 Die Geschichte als Heim für herzkranke Kinder ging bis in das Jahr 1965. Sinkende Nach­frage, neue soziale Strukturen und der Wettbewerb seitens kommunaler Häuser zwangen zu einem Umdenken. Am 26. Juli 1965 fiel nach den klaren Worten von Pfarrer Walter Rathgeber: „... die Grundsatzfrage lautet: 'Wo liegt unser Auftrag jetzt?' ...“ der Entschluss: „... das jetzige Haus wirtschaftlich umzu­stellen und als Altenheim zu nutzen und die Frage eines Neu­baus durch den Vorstand in allen Richtungen zu prüfen und Formen der Realisierung zu finden.“

Das Propst-Weinberger-Haus.

Der Baubeginn für das Propst-Weinberger-Hauses erfolgte am 15. April 1962, der Grundstein wurde am 14. Juli 1962 gelegt und bereits am 3. Oktober des gleichen Jahres das Richtfest gefeiert. Im Frühjahr 1964 zogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein und am 22. April 1964 fand die offizielle Einweihung statt.

Das Haus trug von Anbeginn den Namen „Propst-Weinberger-Haus“. Mit diesem Namen ehrte der Vorstand des Vereins den verdienstvollen, gemeindenahen Propst für Oberhessen, Wilhelm Weinberger und seine mannhafte Haltung im Dritten Reich. Er war Vorstandsmit­glied des Vereins, volkstümlich verbunden mit Oberhessen und machte sich verdient um den Neubau des Propst-Weinberger-Hauses.

Einen besonderen Schmuck erhielt das Haus durch eine freistehende Mosaikwand im Speisesaal, die der Künstler Hans H. Adam aus Arnoldshain im Taunus schuf. „Das musische Mahl“ nannte der Künstler sein Stilleben, das in abstrakter Form die christlichen Symbole Brot und Wein als Bestandteile des Abendmahls und dazu den Fisch als Zeichen der Urchristenheit in den Zeiten der Verfolgung zeigt. Die Buchstaben des griechischen Wortes „Fisches“ sind die Anfangsbuchsta­ben der Wörter Jesus, Christus, Gott, Sohn und Retter.

Das Propst-Weinberger-Haus repräsentierte mit seinem Flachdach den Beginn einer neuen Zeit. Einschließlich dem alten Birkenhaus und dem Wiesenhaus bot das Propst-Weinberger-Haus auf einer Grundfläche von 1.477 qm mit seinen 3 Stockwerken 86 Altenheim- und 26 Pflegeplätze sowie 24 Plätze für das Personal. Hinzu kamen ein Ess- und einen Festsaal sowie ein Andachtsraum. Bereits im Juni 1966 war die Einrichtung einschließlich der 18 Plätze in dem vom Elisabethhaus angemieteten Haus an der Zander­straße zu hundert Prozent ausgebucht.

Das Elisabethhaus als Altenheim.

Am 26. Juli 1965 fiel die Entscheidung, das Elisabethhaus als Altenheim zu verwenden und am 15. April 1966 begannen bereits die Umbaumaßnahmen nach Plänen und unter der Leitung des Architekten Friedel Mörler. Etwas länger als ein Jahr dauerten diese Arbeiten. An der Ein­weihung am 7. Juli 1967 nahmen Kirchenpräsident Professor D. Sucker und Staatsminister Hemsath teil.

 Einschließlich Wiesen- und Birkenhaus, vom Elisabeth­haus als Dependance betreut, lebten 130 Bewohnerinnen und Bewohner mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren in der Einrichtung, betreut und versorgt von 30 Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter, unter ihnen 15 teilzeitbeschäftigte und zwei „Haustöchter“. Durch die Kooperation mit dem Propst-Weinberger-Haus konnten schwer pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner in diese Einrichtung verlegt werden. Wichtig aber war, dass  das Haus seinen traditionsreichen Namen weiter führte und später die Gesamte Einrichtung sich „Diakoniewerk Elisabethhaus Bad Nauheim“ nannte.

Doch auch im Elisabethhaus endeten die baulichen Tätig­keiten nicht. 1976 entstand der großzügige Anbau eines Speisesaals mit einer darunter liegenden Cafeteria, die seit dem zu günstigen Preisen allen im Haus lebenden und arbeitenden – aber auch Besuchern und Gästen aus der Nachbarschaft – Kaffee und Kuchen anbietet und für kleinere Familien- und Geburtstagsfeiern zur Verfügung steht. Der alte Speisesaal wurde zum Festsaal für große und kulturelle Veranstaltungen.

Und das Bauen ging weiter. 1979 ließ die Nachfrage nach den engen und doppeltbelegten Zimmern ohne eigener Toilette und Nasszelle nach und die damalige Heimleitung erkannte – es musste reagiert werden. Behutsam, aus den Erfahrungen beim Umbau des Propst-Weinberger-Hauses gelernt, wurden die Arbeiten ohne großen Stress durch­geführt. Das Ergebnis im März 1982 waren zwar 19 Zimmer weniger – aber dafür glückliche und zufriedene Bewohnerinnen und Bewohner und eine bessere Versorgung durch eine neue und optimierte Raumplanung.

Die Bewohnerinnen und Bewohner im Elisabethhaus haben sich gewandelt. Statt der Kinder leben jetzt alte Menschen in der Einrichtung. Doch derGeist, der diese Räume von Anfang an erfülle, ist geblieben: dienende Nächstenliebe und helfende und segnende Hände.

Das Wiesenhaus. Ein Heim für die Pflege.

Im Mai 1978 erörterte der Vorstand unter Anwesenheit des Präsidenten des Landesversorgungs­amtes Ludwig Crössmann und des Kreismedizinaldirektors Dr. Weitzel die Sachfrage nach der Notwendigkeit eines Altenpflegeheimes für stark pflegebedürftige, alte Menschen und fasste den Beschluss, den Neubau einer Kranken- und Pflegestation mit ca. 47 Betten zu errichten. Zu diesem Zweck erwarb man zwei landeseigene Parzellen und erteilte dem Architekten Friedel Mörler den Auftrag zur Planung.

Das Haus an der Sodenschmiede

Die Geschichte des Hauses an der Sodenschmiede beginnt im Jahr 1972. In Bad Nauheim lebten viele alte Menschen. Pensionäre und Rentner nutzen das Angebot des Heilbades. Ihre Kinder verließen das Elternhaus, die Wohnungen wurden zu groß.  Die Häuser, in denen sie lebten, wurden umgebaut oder verkauft. Doch wegziehen wollten die Senioren nicht und für einen Umzug ins Alten­heim war es ihnen noch zu früh. Angesichts dieser Situa­tion und entschied sich der Vorstand des Elisabethhauses zum Bau eines Altenwohnheimes. Nach 3 Jahren, am 26. Mai 1975, wurde das Haus an der Sodenschmiede einge­weiht. Seinen Namen erhielt das Haus von der Flurbe­zeichnung, in der es steht: an der Sodenschmiede.

Das Haus an der Usa.

Bereits 1961 verkaufte die Besitzerin das Haus Koch auf Rentenbasis dem Elisabethhaus. Sie erhielt neben einer mo­natlichen Zahlung das Wohnrecht im Dachgeschoss ihres Hauses. Zunächst diente das Haus an der Usa, benannt nach seiner Lage, nach einem Umbau durch den Architek­ten Friedel Mörler als Personalhaus. 1983 wurden die Personalwohnungen zu 4 Apartments umgebaut. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren dem Elisabethhaus angeschlossen.

Eine bewegte Geschichte.

Beim Blick über das weitreichende Gelände wird die be­wegte Geschichte dieser Einrichtung lebendig. Die Ge­schichte der Diakonie in Bad Nauheim. Vom ehemaligen Kindersanatorium bis zum modernen „Wohn- und Pflege­betrieb“ für alte Menschen, in dem seit jeher der Geist des Helfens lebt und weiter leben wird. In dem Kinder Heilung und alte Menschen ein neues, ein Zuhause fanden und finden. Hier sind nur wenige Daten und Begebenheiten zusammengetragen. Die vielen einzelnen Geschichten aus der Einrichtung und die aufopfernde Arbeit der vielen, auch der hier nicht erwähnten Personen im Laufe von fast eineinhalb Jahrhunderten, sind nicht zu beschreiben. Doch sollten sie niemals ganz in Vergessenheit geraten.

 

Diakoniewerk Elisabethhaus
Zanderstraße 19  •  61231 Bad Nauheim
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